Geschichte hautnah erleben

Dorothea Kuhn berichtet über die Zeit im Nationalsozialismus

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Einen besonderen Gast konnten Anfang Februar die Schüler der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus im Klassenraum der 10b begrüßen. So hatten sie sich in den vorangegangenen Monaten mit der Entstehungsgeschichte, dem Verlauf und den Auswirkungen des Dritten Reichs beschäftigt. Vorausgegangen war im Jahr 2018 die intensive Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg (Film: „Sag NEIN zum KRIEG“/Vernissage/Bildband Europapreis) und der Zeit der Weimarer Republik.

Um die konkret aufkommenden Fragen nach der Täterschaft und Duldung der nationalsozialistischen Ausgrenzungspolitik zu begreifen, erfuhren die Schüler der 10b von Frau Kuhn, wie sie und ihre Familie den Nationalsozialismus in Köln erlebten. So konnten im Verlauf der Veranstaltung die Fragen der Schüler geklärt werden: „Hätte ich mich auch so verhalten? Wie lassen sich gesellschaftliche und individuelle Voraussetzungen schaffen, damit solche Verbrechen sich nicht wiederholen?“ (Zitat: BpB) Hierzu machte Frau Dorothea Kuhn, die damals noch im Kindesalter war, den Jugendlichen klar, dass es im NS wenige Handlungsspielräume der damaligen Bevölkerung gab. Sie verdeutlichte aber auch, dass es die Nationalsozialisten verstanden, die jungen Menschen geschickt für ihre Idee zu gewinnen. Die Veranstaltung machte den Teilnehmern klar, wie schwer es gewesen sein muss, in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt zu haben.Zeitzeugin2

Insgesamt regte das intensive Gespräch die Schüler „zum Nachdenken über das eigene politische und öffentliche Engagements gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ (Zitat: BpB) an. Die beiden Realschulklassen der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus werden zusätzlich den Film „Schindlers Liste“ im Pro-Winzkino in einer Sondervorstellung anschauen und abschließend das Konzentrationslagers Buchenwald im März dieses Jahres besuchen. Die Bedeutung und Schwere des NS wird somit den jungen Erwachsenen greifbarer werden.